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Bulletin vom März 2009

Erlebnisbericht von Natalie Intering, einer jungen Freiwilligen aus Österreich

Als Volunteer in Thailand

Ja, hier bin ich nun, im grossen Touristen- und Urlaubsland Thailand. Doch von Ferien spüre ich nicht sehr viel, und das ist gut so…Früher dachte ich, dass man es als Schüler schwer hat, jetzt aber weiss ich, dass der Lehrerberuf noch anstrengender ist…

Ich hatte schon immer davon geträumt, nach meiner Matura ein freiwilliges Sozialjahr zu machen. Ich bin mittlerweile seit rund vier Monaten in Kanejue, einem kleinen Dorf im Nordwesten von Thailand. Zwei Monate bleiben mir noch und ich will gar nicht daran denken, wie der Abschied wird. Denn ich fühle mich hier so wie daheim und liebe die Kinder über alles.

Mein Tag startet um halb sechs in der Früh, wenn die Dormmutter die Weckglocke läutet. Um 6 Uhr versammeln sich alle Kinder zur Andacht, und dann beginnt für uns alle die Arbeit im Garten. Am Anfang war ich wohl wirklich ein Mädchen, was das Unkraut jäten betraf, aber mittlerweile halte ich schon einigermassen mit den Jungs mit! Nach ungefähr 40 Minuten (hier in Thailand gibt es keine Fixzeiten, da sollte man überhaupt nichts planen) gehen die Kinder essen. Ich koche mir selber etwas. Das war zu Beginn meines Aufenthalts ein Schock, als ich erfuhr, dass ich selber kochen muss. Aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, und ich geniesse es herumzuexperimentieren mit all den Gemüsesorten in unserem Garten.

Natalie Intering beim Unterrichten

Um 8:30 startet die Schule. Ich unterrichte auf sechs verschiedenen Schulstufen. Am Anfang hat Ruth alles übersetzt, aber inzwischen bin ich auf mich alleine gestellt. Es war anfänglich sehr, sehr schwierig, weil die Englischkenntnisse der Schüler nicht einmal ausreichten, bis 20 zu zählen, und das sogar in der Abschlussklasse. Es war wirklich nicht leicht, sich mit ihnen zu verständigen, sowohl in der Schule als auch im Dormitory. Einzelne Schüler gehen auch nur zur Schule, weil die Eltern sehr arm sind und sie im Dormitory gratis Essen und Unterkunft bekommen. Deshalb fehlt bei manchen die Motivation sich weiterzubilden. Ich versuche, den Unterricht, so kreativ wie möglich zu gestalten, was nicht immer leicht ist, weil wir immer noch Verständigungsschwierigkeiten haben. Aber mittlerweile kann ich schon etwas Thai und sie etwas Englisch, und deshalb ergänzen wir uns gegenseitig.

Natalie Intering bei der Gartenarbeit

Um 15:30 ist die Schule zu Ende, und dann heisst es wieder arbeiten im Garten. Anschliessend haben sie kurz Freizeit, können Fussball spielen, singen, miteinander reden oder einfach entspannen. Für mich bedeutet diese Freizeit, dass ich mich mit ihnen beschäftige, und wir haben viel Spass zusammen.

Am Abend um 19 Uhr gibt es wieder eine Andacht, und dann ist Studierzeit angesagt. Wir spielen aber auch sehr viel, nachdem sie ihre Hausaufgaben gemacht haben. Deshalb freue ich mich jeden Morgen auf den Abend, weil es immer sehr lustig ist. Ich habe mich noch nie gelangweilt, es gibt immer etwas zu tun, zu reden oder zu spielen. Um 20:30 Uhr ist Schlafenszeit und ich falle meistens auch um diese Zeit wie ein Stein in mein Bett.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es wird, wenn ich wieder nach Österreich zurückgehe. Ich werde die Kinder sehr vermissen. Aber die Erfahrungen werden mir immer bleiben. Hier habe ich echte Freundschaft erlebt, wie ich sie aus Europa nicht kenne.

Als Beispiel soll folgendes Erlebnis dienen: 4 Jungs hatten einen grossen Fehler gemacht und mussten als Strafe ein wirklich tiefes Loch graben. Da die Kinder nicht so viel Freizeit haben, um das zu tun, hätten sie ungefähr einen Monat dafür gebraucht. Aber jeden Tag, wenn die Jungs zum Graben gingen, (nach dem normalen Arbeiten im Garten!) kamen ihre Freunde und halfen ihnen. Egal, wie müde sie waren. Als ich das sah, war ich glücklich, dass ich das erleben durfte.

Hier ist Hilfsbereitschaft wirklich wichtig und auch die Nichtchristen helfen einander. Ich lerne viel in Thailand und danke Gott jeden Tag für diese Möglichkeit. Ich empfehle jedem Jugendlichen, ins Ausland zu gehen und etwas Soziales zu machen, auch wenn es nur für zwei Wochen ist. Man kann damit nur gewinnen! Herzlichen Dank an REACH Schweiz, welche mir diese Erfahrungen ermöglicht hat. Ich danke Gott, dass er mich bis jetzt immer beschützt und mir geholfen hat, wenn ich seine Hilfe brauchte.

Natalie Intering bei einem Fest

Wichtige Mitteilung an die Projektpaten:

Aufgrund des grossen Arbeitsanfalls kann leider nur ein Bericht pro Jahr erstellt werden! Besten Dank für Ihr Verständnis!


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